{"id":1149,"date":"2020-09-21T22:08:21","date_gmt":"2020-09-21T20:08:21","guid":{"rendered":"http:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/?p=1149"},"modified":"2020-09-21T22:08:34","modified_gmt":"2020-09-21T20:08:34","slug":"ch-die-sp-wird-dem-gripen-noch-nachtrauern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/ch-die-sp-wird-dem-gripen-noch-nachtrauern\/","title":{"rendered":"CH: Die SP wird dem Gripen noch nachtrauern"},"content":{"rendered":"<p><strong>CH: Die SP wird dem Gripen noch nachtrauern<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Politik\/Die-SP-wird-dem-Gripen-noch-nachtrauern\">Niklaus Ramseyer, Infosperber, 20.9.2020<\/a><\/p>\n<p><em>Kommentar Roger Harr: Die Raison d&#8217;\u00eatre jeder Armee ist der Krieg. Dies gilt auch f\u00fcr die Schweiz. Luftpolizeidienst ist eine an an die Luftwaffe delegierte Aufgabe im Frieden. <a href=\"https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/ch-forum-flugplatz-duebendorf-der-von-den-kampfjetgegnern-empfohlene-leonardo-m-346-unter-der-lupe\/\">Nicht einmal daf\u00fcr w\u00e4ren die von der SP propagierten M345 Leonardo geeignet<\/a>.<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_1150\" aria-describedby=\"caption-attachment-1150\" style=\"width: 495px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/ch-die-sp-wird-dem-gripen-noch-nachtrauern\/m345leonardoflieger\/\" rel=\"attachment wp-att-1150\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1150\" src=\"https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/09\/M345LeonardoFlieger.png\" alt=\"\" width=\"495\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/09\/M345LeonardoFlieger.png 495w, https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/09\/M345LeonardoFlieger-300x150.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 495px) 100vw, 495px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1150\" class=\"wp-caption-text\">Den italienischen M345 Leonardo wollte die SP bei einem Nein zu den Kampfjet einbringen.<br \/>\u00a9 Leonardo<\/figcaption><\/figure>\n<p>Neusten Umfragen zufolge d\u00fcrfte das Schweizer Volk am 27. September die sechs Milliarden Franken f\u00fcr den Kauf neuer Hochleistungs-Kampfjets klar bewilligen (58 Prozent daf\u00fcr, nur 31 Prozent dagegen). Das wundert wenig: \u00dcber die harten Armeegegner GSoA hinaus sind fast nur die Gr\u00fcnen und die (teilweise auch antimilitaristische) SP gegen die Beschaffung. Von der SP kommt nun jedoch im Abstimmungskampf eines der fundiertesten Papiere zum Kampfjetkauf. Unter dem Titel \u00abArgumentarium gegen die unn\u00f6tige Beschaffung von Luxus-Kampfflugzeugen f\u00fcr 6 Milliarden Franken\u00bb legt die Partei 20 Seiten stichhaltige Argumente gegen Bundesr\u00e4tin Viola Amherds grosse und schwere Jagdbomber vor.<\/p>\n<p>\u00abBodengest\u00fctzte Flab\u00bb und \u00ableichte Kampfjets\u00bb<\/p>\n<p>Die teuren \u00abLuxus-Kampfjets\u00bb seien \u00abgegen die meisten sicherheitspolitischen Risiken machtlos\u00bb, kann man da mit vielen Bez\u00fcgen auf Fachliteratur lesen. Und selbst der Bundesrat habe doch w\u00f6rtlich festgehalten: \u00abEin direkter Angriff auf die Schweiz, bei dem die ganze Luftverteidigung der Nato durchbrochen w\u00e4re, scheint aus heutiger Sicht wenig wahrscheinlich.\u00bb Statt Hochleistungs-Jets fordert die SP prim\u00e4r bodengest\u00fctzte Fliegerabwehr. Weil diese \u00absowie ein guter Radar und gute F\u00fchrungssysteme gegen die meisten Sicherheitsrisiken aus der Luft weit mehr Schutz bieten, als Luxus-Kampfjets\u00bb. Konkret solle etwa die Einmann-Flabrakete \u00abStinger\u00bb modernisiert und sicher nicht liquidiert werden. F\u00fcr den Luftpolizeidienst (seit \u00fcber 70 Jahren die einzige Verteidigungsaufgabe der Schweizer Luftwaffe, der Verf.) k\u00f6nnten dar\u00fcber hinaus (nach einem Nein am 27. September) \u00abauch leichte Kampfjets, wie der M-346FA von Leonardo (Italien) oder der KAI FA-50 (S\u00fcdkorea)\u00bb beschafft werden, rechnet die Partei vor. Diese Kampfjets w\u00e4ren vier bis f\u00fcnf Mal g\u00fcnstiger, viel besser verf\u00fcgbar, und in Betrieb und Unterhalt nur einen Bruchteil so teuer, wie die nun vorselektionierten vier Hochleistungs-Jets (Flugstunde f\u00fcr nur 2000 \u2013 statt f\u00fcr 30&#8217;000 Franken oder noch mehr).<\/p>\n<p>Schweizer Piloten wollen mit der Nato den weltweiten Bombenkrieg \u00fcben<\/p>\n<p>Das klingt alles \u00fcberzeugend und fundiert. Wie auch der Hinweis der SP, dass die Schweizer Luftwaffe ja wohl kaum etwa mit dem US-Tarnkappenbomber F-35 \u00abaus der Schweiz unerkannt bis Moskau oder Lissabon fliegen\u00bb m\u00fcsse, \u00abum dort Bomben abzuwerfen\u00bb. Was die SP nicht weiss \u2013 oder geflissentlich verschweigt: Genau darum geht es bei den neuen Super-Kampfjets mitunter. Die Schweizer Kampfjet-Piloten wollen zusammen mit ihren Nato-KollegInnen, mit denen sie jetzt schon regelm\u00e4ssig die \u00abKooperation\u00bb (und Kumpanei) \u00fcben, endlich wieder Erdkampf-Elemente trainieren k\u00f6nnen, m\u00f6chten Stellungen und St\u00e4dte bombardieren lernen.<\/p>\n<p>Mit ihrem reinen Abfangj\u00e4ger F\/A-18 mussten sie da bisher immer passen. Dass die niederschwellige, schleichende Nato-Integration der Luftwaffe unter dem politischen Radarschirm hindurch neutralit\u00e4tspolitisch fragw\u00fcrdig bis sicherheitspolitisch gef\u00e4hrlich sein k\u00f6nnte, ist ihnen dabei einerlei. Wie auch der SP: In ihrem Papier hebt sie die fundamental anderen Anforderungen an die defensive Luftwaffe der neutralen Schweiz nirgends hervor \u2013 die sich von jenen an kriegf\u00fchrende Nato-Streitkr\u00e4fte doch wohl klar unterscheiden sollten.<\/p>\n<p>Nato-Integration Ja \u2013 aber Nato-Kampfjets Nein<\/p>\n<p>Dabei w\u00e4re das fundierte SP-Argumentarium f\u00fcr eine alternative Luftverteidigung ein optimal auf \u00abstrukturelle Nichtangriffsf\u00e4higkeit\u00bb getrimmtes Konzept, wie es passgenau der neutralen Schweiz entspr\u00e4che. Nur widerspricht es damit der ansonsten oft konfusen Milit\u00e4rpolitik der SP: Zumindest der international orientierte rechte Fl\u00fcgel der Partei hat mit Landesverteidigung und Neutralit\u00e4t wenig im Sinn. Hat die ganze Schweizer Armee auch schon mal professionalisieren oder der Uno unterstellen wollen. Und fordert seit Jahren, es m\u00fcsse \u00abdie Truppe den Anforderungen der Auslandeins\u00e4tze angepasst\u00bb werden.<\/p>\n<p>Diese Eins\u00e4tze laufen meist im Rahmen der \u00abNato-Partnership f\u00fcr Peace (PfP)\u00bb. Die SP-Fraktion hat vor \u00fcber 20 Jahren den b\u00fcrgerlichen Nato-Freunden in den R\u00e4ten geholfen, unsere Armee ohne Referendum und Abstimmung in diese Partnerschaft hinein zu man\u00f6vrieren. Dies entgegen aller Warnungen seitens ernsthafter Linker, wie des damaligen SP-Pr\u00e4sidenten Peter Bodenmann: \u00abDie Welt erwartet von der neutralen Schweiz sicher nicht noch mehr bewaffnete Soldaten!\u00bb Und erst recht keine Bomber-\u00dcbungseins\u00e4tze im Schlepptau weltweit kriegf\u00fchrender Nato-Luftwaffen.<\/p>\n<p>Nato-Partnerschaft braucht Luxus-Kampfjets<\/p>\n<p>Solche grenz\u00fcberschreitenden Eins\u00e4tze sind eine Folge dieser neutralit\u00e4tspolitisch fragw\u00fcrdigen Nato-Partnerschaft. Und die teuren Hochleistungskampfjets, die wir jetzt bewilligen und bezahlen sollen, dienen wiederum weit mehr dem Mithalten bei \u00abStandards\u00bb und Anforderungen dieser \u00abFriedenspartnerschaft\u00bb (die inzwischen viel eher eine \u00abKriegskumpanei\u00bb geworden ist), als den Verteidigungsbed\u00fcrfnissen unseres Landes.<\/p>\n<p>Doch jedes Mal, wenn ein Vorstoss von der SVP oder den Gr\u00fcnen im Parlament die l\u00e4ngst fragw\u00fcrdige Nato-PfP der Schweiz beenden \u2013 und damit den Nato-Anpassern in Bern die Grundlage f\u00fcr den Kauf und den \u00dcbungseinsatz weitreichender Hochleistungs-Bomber entziehen will, stimmt die SP prompt mehrheitlich mit dem Freisinn f\u00fcr Festhalten an der grenz\u00fcberschreitenden Kriegskumpanei. Sie missachtet dabei die Tatsache, dass inzwischen \u00fcber 80 Prozent der Stimmberechtigten gegen jegliche Nato-Integration unseres Landes sind. Das Volk h\u00e4tte der Nato-PfP nie zugestimmt, wenn es denn h\u00e4tte abstimmen d\u00fcrfen. Mehr noch: Die SP verhindert mit ihrem bewaffneten Internationalismus just jene kosteng\u00fcnstige, auf die speziellen Gegebenheiten unseres b\u00fcndnisfreien Landes ausgerichtete R\u00fcstungspolitik, die sie jetzt in ihrem Grundsatzpapier zum Fliegerkauf faktisch und erstaunlich gut begr\u00fcndet fordert.<\/p>\n<p>Mit dem Kauf des g\u00fcnstigen Kampfjets Gripen (gut drei Milliarden f\u00fcr 22 Flieger) vom neutralen Schweden wollte der damalige Verteidigungsminister Ueli Maurer (SVP) 2014 die Nato-Abh\u00e4ngigkeit der Schweizer Flugwaffe entscheidend abtempieren. Doch die SP k\u00e4mpfte dagegen. Unterst\u00fctzt von rechten Nato-Freunden in der Luftwaffe, in den R\u00e4ten und der Verwaltung \u2013 die alle Maurer in den R\u00fccken fielen. Sie schossen den Gripen an der Urne ab. Und jetzt freuen sich die \u00abNato-Integristen\u00bb \u00fcber die bald schon freie Startbahn f\u00fcr ihre schweren und teuren, aber \u00abNato-kompatiblen\u00bb Kampfbomber.<\/p>\n<p>Die SP muss zusehen, wie die US-Airforce in Payerne \u00abihre\u00bb Airbase ausbaut<\/p>\n<p>Die SP hingegen wird sp\u00e4testens dann dem handlichen Schweden-Kampfjet nachtrauern, wenn sie zusehen muss, wie die US-Airforce mit ihrem invasiven Tarnkappenbomber F-35 A (financed by Swiss taxpayers) ihre \u00abAirbase\u00bb \u2013 wie sie an der Autobahn bei Avenches jetzt schon angeschrieben ist \u2013 in Payerne (VD) entscheidend ausbaut. Der Gripen aus Schweden n\u00e4mlich w\u00e4re bez\u00fcglich Leistung und Kosten irgendwo in der Mitte geflogen zwischen den vier nun evaluierten Maximal-L\u00f6sungen und den leichten Wunsch-Kampfjets der SP aus Italien oder Korea.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CH: Die SP wird dem Gripen noch nachtrauern Niklaus Ramseyer, Infosperber, 20.9.2020 Kommentar Roger Harr: Die Raison d&#8217;\u00eatre jeder Armee ist der Krieg. Dies gilt auch f\u00fcr die Schweiz. 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