{"id":1465,"date":"2020-10-14T20:31:28","date_gmt":"2020-10-14T18:31:28","guid":{"rendered":"http:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/?p=1465"},"modified":"2020-10-24T14:35:52","modified_gmt":"2020-10-24T12:35:52","slug":"eurofighter-typhoon-die-wahren-kosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/eurofighter-typhoon-die-wahren-kosten\/","title":{"rendered":"Eurofighter Typhoon \u2013 die wahren Kosten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eurofighter Typhoon \u2013 die wahren Kosten<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Beitrag ist urspr\u00fcnglich auf <a href=\"http:\/\/www.doppeladler.com\/da\/oebh\/eurofighter-typhoon-die-wahren-kosten\/\">doppeladler.com<\/a> erschienen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.doppeladler.com\/da\/oebh\/eurofighter-typhoon-die-wahren-kosten\/\">doppeladler.com, 14. Oktober 2020<\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_1466\" aria-describedby=\"caption-attachment-1466\" style=\"width: 1600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/eurofighter-typhoon-die-wahren-kosten\/ef-57\/\" rel=\"attachment wp-att-1466\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1466\" src=\"https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/ef-57.jpg\" alt=\"\" width=\"1600\" height=\"1104\" srcset=\"https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/ef-57.jpg 1600w, https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/ef-57-300x207.jpg 300w, https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/ef-57-1024x707.jpg 1024w, https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/ef-57-768x530.jpg 768w, https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/10\/ef-57-1536x1060.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1466\" class=\"wp-caption-text\">Eurofighter Typhoon der \u00f6sterreichischen Luftstreitkr\u00e4fte \u00a9 Doppeladler.com<\/figcaption><\/figure>\n<p>Geht es um das Reizthema Abfangj\u00e4ger wird seitens der Politik und in den Medien sehr oft mit falschen Zahlen operiert. Wir haben daher die wichtigsten Zahlen aufbereitet und st\u00fctzen uns dabei nicht auf Presseinformationen und Ger\u00fcchte, sondern auf Angaben aus Rechnungshofberichten und aus parlamentarischen Anfragebeantwortungen. Unterlagen, die mit h\u00f6herer Sorgfalt erstellt werden als ein Pressetext oder eine Rede.<\/p>\n<p>DIE BESCHAFFUNGSKOSTEN<\/p>\n<p>Nach dem sogenannten Darabos-Vergleich betrugen die Anschaffungskosten f\u00fcr 15 EUROFIGHTER TYPHOON der Tranche I \/ Block 5 rund 1,709 Mrd. EUR (Gesamtpreis der beiden Kaufvertr\u00e4ge vom Juli 2003). Dieser Betrag versteht sich inklusive der Finanzierungskosten, der Simulatorkosten, eines Logistikpakets und der Kosten der f\u00fcr die Wartung und den Flugbetrieb erforderlichen Ausr\u00fcstung (Systempreis). Sechs Flugzeuge wurden leicht gebraucht von der Luftwaffe \u00fcbernommen. Gegen\u00fcber dem urspr\u00fcnglichen Kaufvertr\u00e4gen f\u00fcr 18 St\u00fcck fabrikneuen Tranche II \/ Block 8 in der H\u00f6he von 1,959 Mrd. EUR ergab das eine Reduktion um 250 Mio. EUR. Dar\u00fcber hinausgehende Einsparungen waren f\u00fcr den Rechnungshof nicht nachvollziehbar. [1]<\/p>\n<p>Vertragsgem\u00e4\u00df erfolgte die Zahlung des Kaufpreises ab 2007 in 18 gleichbleibenden Halbjahresraten von jeweils rd. 109 Mio. EUR an die Eurofighter GmbH, wobei 2007 eine doppelte Rate anfiel. Die letzte Rate fiel im Jahr 2014 an. Seither sind die Flugzeuge abbezahlt und es fallen keine Beschaffungskosten mehr an.<\/p>\n<p>Ein Vergleich: Das eingereichte Angebot f\u00fcr den in der Technik-Bewertung deutlich unterlegenen SAAB JAS-39C GRIPEN war bei der gew\u00e4hlten Finanzierungsvariante um nur 3,4 % g\u00fcnstiger.<\/p>\n<p>DIE BETRIEBSKOSTEN<\/p>\n<p>Bei der Darstellung der Betriebskosten gibt es eine gewisse Unsch\u00e4rfe, weil die Abgrenzung von Kosten des Systems EUROFIGHTER zu anderen Kostenpositionen des BMLV nur so gut sein kann, wie es das bestehende Controlling erm\u00f6glicht und sich im Zeitablauf auch \u00c4nderungen ergeben. Die Angaben weichen allerdings vor allem aus politischen Gr\u00fcnden ab.<\/p>\n<p>Aktuelle Zahlen zu den Betriebskosten liefert die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage vom 04.02.2020 durch Verteidigungsministerin Tanner, welche den j\u00e4hrlichen Betriebsaufwand f\u00fcr das System EUROFIGHTER TYPHOON mit 60 bis 65 Mio. EUR beziffert [2]. Im September 2020 wird der Gesamtbetriebsaufwand f\u00fcr den Weiterbetrieb der Flotte mit rund 64 Mio. Euro pro Jahr angegeben [3]. Diese Zahl ist glaubhaft, denn nach anf\u00e4nglicher Kritik durch den Rechnungshof m\u00fcssten mittlerweile die anfallenden Kosten recht gut zugeordnet sein und schriftliche Beantwortungen an das Parlament m\u00fcssen wahrheitsgem\u00e4\u00df erfolgen. Dazu ist es mittlerweile auch politischer Mainstream, die Kosten des EUROFIGHTERS nicht sch\u00f6nzuf\u00e4rben.<\/p>\n<p>In der selben Beantwortung wird angegeben, dass die Kosten pro Flugstunde rund 56.000 Euro betragen. Diese Betr\u00e4ge ergeben sich aus den Kosten f\u00fcr Treibstoff, Ersatz- und Umlaufteile, Betriebsmittel, Instandsetzung und technische Unterst\u00fctzungsleistungen [3].<\/p>\n<p>In Medienberichten und Politikerreden sind freilich andere Zahlen zu lesen. Verteidigungsminister Doskozil (SP\u00d6) lie\u00df aufhorchen, als er im Juli 2017 den Ausstieg aus dem System EUROFIGHTER verk\u00fcndete und dies auch mit den Kosten einer Flugstunde von bis zu 80.000 EUR begr\u00fcndete. Doskozils Nachfolger Kunasek (FP\u00d6) und Starlinger (Unabh.) relativierten diese Angaben. Laut dem \u201eInternen Bericht der Evaluierungskommission aktive Luftraum\u00fcberwachung\u201c, welcher unter Kunasek erstellt wurde, wurden die Betriebskosten des TYPHOONS von Doskozil \u00fcbertrieben dargestellt, um den Ausstieg zu rechtfertigen.<\/p>\n<p>Ein Vergleich: Der Rechnungshof erlaubt einen spannenden Vergleich zum SAAB DRAKEN, denn laut einem Pr\u00fcfungsbericht kostete im Jahr 2000 eine Flugstunde des DRAKEN 37.600 EUR [4]. Nach heutiger Kaufkraft entspricht das \u00fcber 55.000 EUR pro Stunde (Inflationsrechner fxtop.com).<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich sind die Betriebskosten von der Anzahl der Flugstunden und der angestrebten Flotten-Verf\u00fcgbarkeit abh\u00e4ngig. Durch zus\u00e4tzliche Flugstunden steigt der Gesamtbetriebsaufwand, doch aufgrund des Fixkostenanteils sinken die Kosten pro Flugstunde.<\/p>\n<p>Frisst nun der EUROFIGHTER TYPHOON dem \u00fcbrigen Bundesheer die Haare vom Kopf?<\/p>\n<p>Diesen Eindruck bekommt man angesichts der \u00f6ffentlichen Diskussion. Tats\u00e4chlich handelt es sich selbst am Mini-Budget des Bundesheeres gemessen nur um einen kleinen Teil der Heeresausgaben. Das Budget 2020 betrug laut Finanzierungsvoranschlag 2.545,7 Mio. EUR. Davon entsprechen 64 Mio. EUR einem Anteil von 2,51 %. Gemessen an den gesamten Staatsausgaben 2019 in der H\u00f6he von 192,2 Mrd. EUR w\u00e4ren das 0,033 %. Der EUROFIGHTER nimmt daher einen extrem \u00fcberproportionalen hohen Anteil an der \u00f6ffentlichen Diskussion in Anspruch. Und das ist vermutlich kein Zufall, l\u00e4sst es sich doch mit einer neuen Abfangj\u00e4gerdiskussion herrlich von aktuellen Problemen ablenken.<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>[1] <a href=\"https:\/\/www.rechnungshof.gv.at\/rh\/home\/home\/home_7\/Luftraumueberwachung_Vergleich_Oesterreich_Eurofighter_FU.pdf\">Luftraum\u00fcberwachungsflugzeuge \u2013 Vergleich der Republik \u00d6sterreich mit der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH; Follow\u2013up\u2013\u00dcberpr\u00fcfung, Rechnungshofbericht Bund 2013\/2<\/a><br \/>\n[2] <a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XXVII\/AB\/AB_00275\/imfname_780475.pdf\">Beantwortung der parlamentarischen Anfrage betreffend \u201eLuftraum\u00fcberwachung in \u00d6sterreich\u201c vom 04.03.2020<\/a><br \/>\n[3] <a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XXVII\/J\/J_02834\/index.shtml\">Beantwortung der parlamentarischen Anfrage betreffend \u201eKeine Nachbeschaffung der Saab 105 und weitere Ma\u00dfnahmen der Luftraum\u00fcberwachung\u201c vom 09.09.2020<\/a><br \/>\n[4] <a href=\"https:\/\/www.rechnungshof.gv.at\/rh\/home\/home\/Nachfolge_Eurofighter.pdf\">Wahrnehmungsbericht des Rechnungshofes Bund 2002\/3<\/a><\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Links:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.austrianwings.info\/2020\/07\/luftraumueberwachungs-mikado\/\">Luftraum\u00fcberwachungs-Mikado; austrianwings.info, 09.07.2020<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/orf.at\/stories\/3173725\/\">Eurofighter-Update w\u00fcrde bis zu 210 Mio. Euro kosten; orf.at; 15.07.2020<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.yumpu.com\/de\/document\/read\/63140754\/militaer-aktuell-1-2020\">Was geht noch in die Luft?; Milit\u00e4r Aktuell 1\/2020<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eurofighter Typhoon \u2013 die wahren Kosten Dieser Beitrag ist urspr\u00fcnglich auf doppeladler.com erschienen. doppeladler.com, 14. Oktober 2020 Geht es um das Reizthema Abfangj\u00e4ger wird seitens der Politik und in den Medien sehr oft mit falschen Zahlen operiert. 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