{"id":837,"date":"2020-09-12T21:02:48","date_gmt":"2020-09-12T19:02:48","guid":{"rendered":"http:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/?p=837"},"modified":"2020-09-13T21:07:25","modified_gmt":"2020-09-13T19:07:25","slug":"ch-nun-kommt-die-bewaehrungsprobe-meistert-viola-amherd-auch-die-kampfjet-abstimmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/ch-nun-kommt-die-bewaehrungsprobe-meistert-viola-amherd-auch-die-kampfjet-abstimmung\/","title":{"rendered":"CH: Nun kommt die Bew\u00e4hrungsprobe: Meistert Viola Amherd auch die Kampfjet-Abstimmung?"},"content":{"rendered":"<p><strong>CH: Nun kommt die Bew\u00e4hrungsprobe: Meistert Viola Amherd auch die Kampfjet-Abstimmung?<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bzbasel.ch\/schweiz\/nun-kommt-die-bewaehrungsprobe-meistert-viola-amherd-auch-die-kampfjet-abstimmung-139116723\">Lucien Fluri, CH Media, 12.9.2020<\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_838\" aria-describedby=\"caption-attachment-838\" style=\"width: 1360px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/ch-nun-kommt-die-bewaehrungsprobe-meistert-viola-amherd-auch-die-kampfjet-abstimmung\/remote-adjust-rotate0remote-size-w4889remote-size-h3259local-crop-h1444local-crop-w2567local-crop-x2322local-crop-y1815r1n-medium2x-16x9-far\/\" rel=\"attachment wp-att-838\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-838\" src=\"https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/09\/remote.adjust.rotate0remote.size_.w4889remote.size_.h3259local.crop_.h1444local.crop_.w2567local.crop_.x2322local.crop_.y1815r1n-medium2x-16x9-far.jpeg\" alt=\"\" width=\"1360\" height=\"765\" srcset=\"https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/09\/remote.adjust.rotate0remote.size_.w4889remote.size_.h3259local.crop_.h1444local.crop_.w2567local.crop_.x2322local.crop_.y1815r1n-medium2x-16x9-far.jpeg 1360w, https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/09\/remote.adjust.rotate0remote.size_.w4889remote.size_.h3259local.crop_.h1444local.crop_.w2567local.crop_.x2322local.crop_.y1815r1n-medium2x-16x9-far-300x169.jpeg 300w, https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/09\/remote.adjust.rotate0remote.size_.w4889remote.size_.h3259local.crop_.h1444local.crop_.w2567local.crop_.x2322local.crop_.y1815r1n-medium2x-16x9-far-1024x576.jpeg 1024w, https:\/\/luftverteidigung.ch\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/09\/remote.adjust.rotate0remote.size_.w4889remote.size_.h3259local.crop_.h1444local.crop_.w2567local.crop_.x2322local.crop_.y1815r1n-medium2x-16x9-far-768x432.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1360px) 100vw, 1360px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-838\" class=\"wp-caption-text\">Bisher auf der Erfolgswelle: Viola Amherd, die erste Verteidigungsministerin der Schweiz.<br \/>\u00a9 Keystone<\/figcaption><\/figure>\n<p>Viola Amherds Amtszeit begann mit einem Unfall. So wie alle Amtszeiten von Schweizer Verteidigungsministern beginnen. Der Gesamtbundesrat zwang auch sie in das Departement, in das keiner will. Doch dann gab da pl\u00f6tzlich eine Frau Gas, brach mit der \u00abk\u00e4 Lust\u00bb-Mentalit\u00e4t ihrer Vorg\u00e4nger. Rasch setzte die Walliserin eigene Akzente: Im M\u00e4nnerbund Armee stellte sie Frauen in den Vordergrund. Sie fiel mit Mut und unkonventionellen Entscheiden auf. Ein gm\u00f6giger Banker wurde Armeechef (Thomas S\u00fcssli). Die Kampfjet-Beschaffung trieb sie erst voran, als Star-Astronaut Claude Nicollier das Gesch\u00e4ft gepr\u00fcft und \u00f6ffentlich seinen Segen gegeben hatte.<\/p>\n<p>Innert K\u00fcrze war Amherd \u2013 58 und ledig, Oberwalliserin (und damit CVP) \u2013 eine der beliebtesten Bundesr\u00e4tinnen. Es ist wie verhext. In Bundesbern, dem Haifischbecken der Schweizer Politik, will niemand kritisieren.<\/p>\n<p>Ich kann wirklich nichts Negatives sagen. Sie macht es hervorragend\u00bb,<\/p>\n<p>sagt FDP-St\u00e4nderat Thierry Burkart. \u00abSie denkt sehr unabh\u00e4ngig und l\u00e4sst sich nicht einsch\u00fcchtern\u00bb, heisst es bei er SP. Amherd werde \u00abnie etwas vertreten, wenn sie die Materie nicht genau kennt\u00bb, lobt CVP-Kollegin Ida Glanzmann. Von einer guten Zusammenarbeit spricht SVP-St\u00e4nderat Werner Salzmann.<\/p>\n<p>Mit einem Nein w\u00fcrde nicht nur der Jet, sondern auch ihr Ruf eine Bruchlandung erzielen<\/p>\n<p>Nun steht die erste Verteidigungsministerin der Schweiz vor der Bew\u00e4hrungsprobe. Am 27. September muss sie die Kampfjet-Vorlage durchbringen. Sonst droht das Ende der Luftwaffe. Warnt sie. Und so tourt sie durch die Schweiz. Denn st\u00fcrzt der Jet-Kauf ab, droht auch ihrem Ruf die Bruchlandung.Unterwegs mit Amherd. Der 5. September, ein Samstag, wird f\u00fcr die Bundesr\u00e4tin zum Heimspiel. Niemand wird an ihren Argumenten f\u00fcr die Jets zweifeln, weder an der Versammlung der Schweizer Offiziersgesellschaft in Burgdorf, noch sp\u00e4ter bei den CVP-Delegierten in Baden. Kurz vor 10 Uhr f\u00e4hrt Amherds Mercedes in Burgdorf vor. In der Markthalle stehen M\u00e4nner um Stehtischchen und trinken Kaffee. Wer keine Uniform tr\u00e4gt, steckt im Anzug.<\/p>\n<p>&#8222;Saal auf&#8220;: Wenn die Bundesr\u00e4tin kommt, erheben sich die Offiziere<\/p>\n<p>\u00d6rgeli-Musik spielt, Ehrendamen in Tracht als Zierde. Der Chef der Armee hat sich unter die G\u00e4ste gemischt. Nur Amherd fehlt. Sie wartet in ihrer Limousine. Erst als sich alle im Saal gesetzt haben und das Licht ged\u00e4mpft ist, kommt sie hinein. \u00abSaal auf!\u00bb: Die Offiziere erheben sich. So inszeniert man Macht.<\/p>\n<p>Amherd h\u00e4lt eine kurze Rede, Handys werden gez\u00fcckt. \u00abEin Lichtblick gegen\u00fcber ihren Vorg\u00e4ngern\u00bb, raunt ein \u00e4lterer Herr im Publikum. Sp\u00e4ter, bei der CVP-Versammlung in Baden, wird Parteipr\u00e4sident Pfister sagen: H\u00e4tten Amherds Vorg\u00e4nger so viel Elan gezeigt, h\u00e4tte die Schweiz l\u00e4ngst Kampfjets. Ja, Ueli Maurer schoss gerne quer. Guy Parmelin fiel es zu Beginn schwer, frei auf Deutsch zu reden. Doch waren Amherds Vorg\u00e4nger wirklich schlechter? Die Walliserin hat einen Vorteil: Erstmals seit Kaspar Villiger ist das VBS nicht mehr in SVP-Hand (abgesehen von Samuel Schmids BDP-Episode). Die parteipolitische Blockade ist gel\u00f6st.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung von rechts als auch von links<\/p>\n<p>Amherd erh\u00e4lt einerseits Support aus dem b\u00fcrgerlichen Lager: Dort ist man froh, dass sich dank ihr auch die Mitte hinter R\u00fcstungsanliegen scharen muss. Von Links hat Amherd so oder so Support. SP und Gr\u00fcne haben sie 2018 ins Amt gew\u00e4hlt. Amherd, die rechts als \u00abzu feministisch\u00bb galt, hielt ihr Versprechen: Sie f\u00f6rdert Frauennetzwerke, wo sie kann. Im vergangenen Dezember lud sie alle frisch gew\u00e4hlten Nationalr\u00e4tinnen ein. Es gab nur Wein von Winzerinnen. Der Armeechef muss bis Ende Jahr aufzeigen, wie er Frauen f\u00f6rdern will. Bisweilen stellt sie Frauen so sehr in den Fokus, dass man meinen k\u00f6nnte, sie seien Normalit\u00e4t in der Armee. Dabei betr\u00e4gt ihr Anteil 0,8 Prozent.<\/p>\n<p>Amherd musste f\u00fcr die Politik \u00fcberredet werden<\/p>\n<p>Dass Amherd selbst in die Politik ging, war nicht selbstverst\u00e4ndlich. Die Briger Anw\u00e4ltin musste einst erst von ihrer Freundin Brigitte Hauser-S\u00fcess (zu ihr kommen wir noch) \u00fcberzeugt werden, auf lokaler Ebene anzutreten. Sie wurde Stadtpr\u00e4sidentin von Brig, 2005 rutschte sie in den Nationalrat nach. Irgendwann wurde sie Vizechefin der CVP-Fraktion. Wahrgenommen wurde sie von der \u00d6ffentlichkeit kaum, bis sie f\u00fcr den Bundesrat kandidierte.<\/p>\n<p>Dabei beherrscht die eint so Unscheinbare alle Polittricks, wie sie in Burgdorf zeigt: Nicht nur ist ihr Abstimmungskampf durchorchestriert. Vor den Offizieren geht die Verteidigungsministerin in den Nahkampf \u00fcber. Innert K\u00fcrze filetiert sie den Bericht der Kampfjetgegner, der leichtere Kampfjets f\u00fcr ausreichend h\u00e4lt. Welche Experten denn diesen Bericht geschrieben h\u00e4tten, h\u00f6hnt sie. In der Fachwelt kenne niemand ihren Namen. Sogleich unterstellt sie, wenig Bundesrats-like, den Verfassern K\u00e4uflichkeit: W\u00e4ren sie vom VBS bezahlt worden, w\u00e4ren sie wohl \u00abnicht zu den gleichen Schl\u00fcssen gekommen\u00bb, sagt Amherd.<\/p>\n<p>In Brig findet sich doch noch ein Kritiker<\/p>\n<p>Priska Seiler-Graf m\u00fcsste die h\u00e4rteste Amherd-Kritikerin sein. Die SP-Nationalr\u00e4tin f\u00fchrt das Lager der Kampfjet-Gegner an. Doch Seiler-Graf will partout nichts Negatives \u00fcber die Verteidigungsministerin einfallen. Nat\u00fcrlich habe sie eine andere Meinung, nat\u00fcrlich h\u00e4lt Seiler-Graf die Jets f\u00fcr unn\u00f6tig und \u00fcberteuert. Aber sonst?<\/p>\n<p>Wenn man eine kritische Stimmen h\u00f6ren will, muss man in Brig anrufen. Dort, in Amherds Heimat, sitzt Polit-Tausendsassa Peter Bodenmann, einst SP-Pr\u00e4sident, bis heute nie um bissige Kommentare verlegen. Er tadelt zuerst einmal sein eigenes Lager, das es Amherd zu einfach mache. \u00abEine heftige Debatte ist etwas Anderes.\u00bb Ihm fehlt der Biss. \u00ab6 Milliarden f\u00fcr die Katze im Sack durchzubringen, das ist eine reife Leistung\u00bb, sagt er und blick zur\u00fcck auf die Zeit, als Amherd Stadtpr\u00e4sidentin von Brig war:<\/p>\n<p>Gut beraten, gut inszeniert<\/p>\n<p>Als Amherd den Saal in Burgdorf verl\u00e4sst, bleibt sie im Vorraum stehen und dankt Saalmitarbeitenden. Dann geht es weiter an die CVP-Delegiertenversammlung in Baden. Wieder wartet ihr Wagen, wieder kommt sie erst kurz vor ihrem Auftritt in den Saal. Amherd spricht nur ein Grusswort. Sie liest einfache, aber einpr\u00e4gsame S\u00e4tze von Karten ab: \u00abWir wissen nicht, welches die n\u00e4chste Krise ist. Den Zustand unserer Luftwaffe kennen wir genau.\u00bb Basisarbeit, keine sicherheitspolitische Vision. Es w\u00e4re \u00fcbertrieben, Amherd als besonders gute Rednerin zu bezeichnen. Sie holt die Leute ab, weil sie glaubw\u00fcrdig wirkt. Vor allem ist Amherd f\u00fcr ihre Partei ein Gl\u00fccksfall. Die serbelnde CVP klammert sich, wie schon bei Doris Leuthard, an die Strahlkraft ihrer Vorzeigemagistratin. Es ist das Widmer-Schlumpf-Prinzip der BDP.<\/p>\n<p>Wohin will sie wirklich mit der Armee?<\/p>\n<p>Da ist wohl kein Zufall, dass Brigitte Hauser-S\u00fcess immer an Amherds Seite ist: Die einstige Pr\u00e4sidentin der CVP-Frauen hatte schon f\u00fcr Widmer-Schlumpf und Leuthard gearbeitet und beide ins richtige Licht ger\u00fcckt. Die Walliserin gilt als einflussreiche Strippenzieherin in Bern: \u00abEine super Beraterin, die sogar die bessere Bundesr\u00e4tin w\u00e4re\u00bb, sagt gar Peter Bodenmann.<\/p>\n<p>Das ist tr\u00fcgerisch. Das Resultat z\u00e4hlt\u00bb,<\/p>\n<p>h\u00e4lt Amherd im Gespr\u00e4ch fest. Klar ist: Sie will gewinnen. Derzeit ordne sie alles dem Kampfjet-Thema unter, heisst es in Bern. Offen ist, welche Pl\u00e4ne die Bundesr\u00e4tin danach hat: Wird sie im VBS bleiben? Oder wie ihre Vorg\u00e4nger die erstbeste Gelegenheit zum Absprung nutzen?<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft hofft, dass Amherd bleiben wird. \u00abEs ist Zeit, die Armee der Zukunft zu gestalten. Dazu w\u00e4re Kontinuit\u00e4t sehr wichtig\u00bb, sagt Stefan Holenstein. Amherd hat Schwerpunkte gegen Cyberangriffe gesetzt, sie k\u00f6nnte im Ausland aktiver werden. Doch wie will sie die Armee wieder besser in der Bev\u00f6lkerung verankern? Wo sieht sie die Schweiz in der europ\u00e4ischen Sicherheitsarchitektur? Wie will sie das drohende riesige Personalloch verhindern? \u00abIhre exakte sicherheits- und armeepolitische Handschrift kennen wir noch nicht im Detail\u00bb, sagt Holenstein. Die Hoffnung ist, dass dies nach dem 27. September klarer wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CH: Nun kommt die Bew\u00e4hrungsprobe: Meistert Viola Amherd auch die Kampfjet-Abstimmung? 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